NOTARZTDIENST und Akupunkturarztpraxis Querfurt

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Schmerztherapie

NOTARZTDIENST

A         Anästhesiologie

I          Intensivmedizin

N          Notfallmedizin

S          Schmerztherapie

P          Paliativmedizin

 

Schmerz ist seit jeher ein Phänomen in der Menschheitsgeschichte, welches eine sehr unangenehme Sinneserfahrung darstellt und welche man möglichst nicht empfinden möchte.
Wird eine Operation notwendig, dann ist Schmerz ein gefürchteter Bestandteil, der schon im Altertum die Menschen nach Abhilfe suchen lies.
Sowohl das Verlangen nach dem "Nicht erleben" einer Operation als auch die Angst vor Schmerz sind die wohl ältesten Phänomene und als Narkose einerseits den Schlaf, das "Nicht erleben", als auch die Analgesie, also die Schmerzausschaltung, durchaus als die Grundlagen der Entwicklung der Medizin an sich und der ärztlichen Tätigkeit zu sehen.

Heute ist die Schmerzbekämpfung zu einer sehr wesentlichen Aufgabe des Fachgebietes Anästhesiologie geworden. Unterschieden wird dabei der
Akutschmerz und der chronische Schmerz.
Der akute Schmerz stellt eine Warnfunktion dar, das menschliche Bewusstsein wird auf etwas gelenkt, was in der Funktion des Körpers nicht korrekt abläuft. Das kann beispielsweise eine Verletzung sein, das kann eine aber auch eine krankhafte Veränderung an inneren Organen und andere Probleme sein. Damit wird das Augenmerk auf eine Veränderung gelenkt, die in eine Diagnose münden sollte und am Ende in eine kausale Behandlung und Beseitigung der Ursache. Das kann von Schmerzmedikamenten begleitet sein, Medikamente, welche die Nervenleitung oder das Schmerzzentrum in unserem Gehirn beeinflussen, am Ende das Empfinden des Schmerzes verschwindet.

Wird dies nicht beachtet, wird hier keine Beseitigung der Schmerzursache vorgenommen, dann kann der Schmerz einen chronischen Verlauf nehmen. Das bedeutet letztlich, dass der Schmerz seine Warnfunktion verliert und so zu einem eigenständigen Krankheitsbild wird. Der Schmerz ist zu einem Problem geworden, welches nicht nur das körperliche Befinden beeinträchtigt, sondern auch negative Auswirkungen auf den psychischen Bereich und das soziale Umfeld hat.
Dieses Krankheitsbild ist sehr schwierig zu behandeln und erfordert häufig die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, weil Schmerzmedikamente allein häufig nicht mehr ausreichen oder zielführend sind.

Wichtigstes Mittel in der Hand des Arztes zur Behandlung des chronischen Schmerzes ist das von der Weltgesundheitsorganisation entwickelte Drei-Stufen-Schema. Dieses Schema war ursprünglich für die Behandlung von Schmerzen bei Tumorleiden gedacht, ist inzwischen aber zur Grundlage in der Behandlung aller chronifizierten Schmerzen geworden und ist damit auch zu einem Vier-Stufen-Modell ausgebaut worden. Dabei erfolgt eine entsprechend stufenweise und an die Schmerzempfindung angepasste medikamentöse Behandlung des Schmerzes:


Stufe I: an den peripheren Nerven und in der Nähe der Schmerzursache wirkende Medikamente, sogenannte Nicht-Opioide, wie Novaminsulfon, Parazetamol, Acetylsalycylsäure (ASS) u.a.. Diese können auch mit sogenannten Adjuvantien, beispielsweise zur Beseitigung von Brechreiz oder Schutz des Magens, begleitet sein.

Stufe II: schwach wirksame Opioide (die nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen), wie z.B. Tramadol, können mit den in Stufe I genutzten peripher wirksamen Schmerzmedikamenten kombiniert werden. Auch hier können sogenannte Adjuvantien zusätzlich eingesetzt werden.

Stufe III:   hier werden die schwachen Opioide durch stark wirksame Substanzen, wie Morphin, Piritramid u.a. ersetzt. Diese Medikamente unterliegen dem Betäubugsmittelgesetz und haben ein nicht unerhebliches Suchtpotenzial. Diese können weiter mit Medikamenten der Stufen I und II kombiniert werden.

Stufe IV:  ist eine Stufe, die auch unabhängig von den anderen Stufen eine Rolle spielen kann. Es sind vorwiegend invasive, auch chirurgische Eingriffe, die zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden. Dazu gehören sogenannte Nervenblockaden, Blockaden am Rückenmark durch Medikamente oder elektrischen Strom u.a..

Für die sogenannte Multimodale Schmerztherapie spielen sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen viele ander Maßnahmen eine wichtige Rolle, es erfolgt nicht nur eine medikamentöse Behandlung.
Solche Therapiemaßnahmen sind beispielsweise:

- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS),
- Kryoanalgesie, also die sogenannte Vereisung,
- Wärmebehandlung,
- physikalische Maßnahmen, wie Ultraschall,
- Massagetechniken, auch die chinesischen Massagetechniken TUINA,
- Akupunktur, Akupressur,
- psychotherapeutische Verfahren, wie beispielsweise auch die progressive Muskelentspannung,
- chirurgische, insbesondere neurochirurgische Behandlungsmethoden u.a.

Natürlich ist der Anästhesist, insbesondere dann, wenn er sich auf dem Gebiet der Speziellen Schmerzbehandlung weitergebildet hat, der Ansprechpartner an sich, wenn es um die Behandlung von Schmerzen geht. Aber das Problem Schmerz ist nicht mehr nur durch eine medizinische Fachrichtung zu beherrschen, sondern es fordert regelrecht die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, wie gerade vorstehend dargestellt wurde. Die logische Konsequenz auch aus dieser Entwicklung ist die Palliativmedizin, die gerade auch von Anästhesiologen intensiv gefördert und gefordert wurde und wird.

 
 
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